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Aus dem Projekt / 27. Februar 2026
Brauchen alle Menschen ein Role Model?
Brauchen alle Menschen ein Role Model?

Reihe „Was macht ein Role Model aus?“ – Brauchen alle Menschen ein Role Model?

Reihe „Was macht ein Role Model aus?“ – Brauchen alle Menschen ein Role Model?

Wer braucht schon Vorbilder? Im letzten Beitrag unserer Linkedin-Reihe hatten wir gefragt: Wonach suchen Mitarbeitende und Bewerbende mit Behinderungen in ihren Role Models?
Diesmal fragen wir: „Brauchen alle Menschen ein Role Model?“

Unsere Forschung hat gezeigt, dass diese Frage nicht mit einem uneingeschränkten „Ja“ beantwortet werden kann.

Role Models Wanted!
Einige Mitarbeitende und Bewerbende mit Behinderungen haben uns berichtet, dass sie aktiv nach Role Models suchen: In ihrem eigenen Umfeld haben sie oft die Erfahrung gemacht, dass sie keine Vorbilder mit Behinderungen finden konnten, auch weil viele Beeinträchtigungen unsichtbar sind. Deshalb haben sie aktiv nach Role Models gesucht, z.B. in den Social Media, in der Literatur oder unter Personen des öffentlichen Lebens.

Open for Role Models
Dass bewusst oder gezielt gesucht wird, ist keine zwingende Voraussetzung dafür, dass Beschäftigte oder Bewerbende Role Models finden. Einige begeben sich zwar nicht auf die Suche, sind aber bereit, sich inspirieren und motivieren zu lassen. D.h. sie sind offen für Role Models – wenn sie ihnen begegnen.

I did it my way
In unserer Forschung gab es auch eine Gruppe von Personen mit Behinderungen, die privat und beruflich die Erfahrung gemacht haben, dass sie mit ihren Behinderungen immer „anders“ als die anderen waren und deshalb ihren eigenen Weg finden mussten. Unter anderem deshalb orientieren sie sich lieber an sich selbst, ihren eigenen Wünschen und Zielen. Sie sind sozusagen ihr eigenes Vorbild.
Doch auch wenn diese Personengruppe nicht für Role Models offen ist, können sichtbare Führungskräfte mit Behinderungen ihnen dennoch zeigen, dass sie mit ihren Behinderungserfahrungen und Herausforderungen nicht allein sind.

Fazit: Unsere Forschung zeigt, dass nicht alle Menschen in der gleichen Weise von Role Models im Arbeitsleben profitieren. Trotzdem kann die Sichtbarkeit von Führungskräften mit Behinderungen für alle Mitarbeitenden und Bewerbenden mit Behinderungen eine Ressource sein, inspirieren und zeigen, dass man mit Behinderungserfahrungen nicht allein ist.

Literatur:
Morgenroth, Thekla; Ryan, Ryan, Michelle K.; Kim Peters (2015): The Motivational Theory of Role Modeling: How Role Models Influence Role Aspirants’ Goals. In: Review of General Psychology 19 (4), S. 465–483. DOI: 10.1037/gpr0000059.

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